Kopfschmerzen können zwar ein Symptom für andere Krankheiten sein, treten aber auch bei Kindern als eigenständiges Krankheitsbild vermehrt auf. Selbst jüngere Kinder im Grundschulalter klagen hin und wieder über Kopfschmerzen. Diese Beschwerden sollten stets ernst genommen und nicht als vorübergehend abgetan werden. Ansprechpartner für eine wegweisende Diagnostik zur Abklärung des Symptoms Kopfschmerzen bei Kindern ist der Kinderarzt. Sind die Beschwerden chronisch, was leider auch schon bei Kindern keine Seltenheit mehr darstellt, ist die Ursachenforschung oft aufwendig und langwierig. Dennoch lohnt es sich, genau hinzuschauen, um anschließend nach der korrekten Diagnose eine möglichst kausale, also ursachenbezogene Therapie einleiten zu können. Dass Kinder tatsächlich häufig unter Kopfschmerzen leiden, ist keine bloße Vermutung, sondern Ergebnis zahlreicher Befragungen von Kindern und Eltern. Wenn die Kopfschmerzen bei den Kleinen nicht besser werden, sind die Eltern damit auch oft überfordert, denn ein chronischer Kopfschmerz kann den Familienfrieden erheblich belasten.

Kopfschmerzen bei Kindern sind zwar meist harmlos, dennoch sehr belastend

Bei einem Großteil der Kinder mit Kopfschmerzen lässt sich trotz aufwendiger Diagnostik keine genaue Diagnose feststellen. Dieser sogenannte idiopathische Kopfschmerz sollte dennoch ernst genommen und frühzeitig therapiert werden, damit eine Chronifizierung möglichst vermieden werden kann. Immer sollte es Ziel einer frühzeitigen Diagnostik sein, schlimmere pathologische Ursachen für Kopfschmerzen bei Kindern auszuschließen. Während im Grundschulalter etwa jedes fünfte Kind regelmäßig über Kopfschmerzen klagt, ist es bei Jugendlichen und Heranwachsenden nur noch jeder Dritte. Dann im jungen Erwachsenenalter und bei Studenten steigt die Zahl der Betroffenen erneut an. Nur bei einem sehr kleinen Teil der betroffenen Kinder lassen sich die Kopfschmerzen auf krankhafte pathologische Veränderungen, beispielsweise einen Gehirntumor, zurückführen. Ärzte sprechen in diesen seltenen Fällen auch von sekundären Kopfschmerzen. Weitaus häufiger sind jedoch die primären Kopfschmerzen, also ohne genau erkennbare Ursache. Auch in der Therapie stellt diese Schmerzsymptomatik oft eine Herausforderung dar, denn die Behandlung alleine reicht oft nicht aus. Zusätzlich muss genau das Umfeld im Kindergarten oder in der Schule, sowie Verhaltens- und Sitzgewohnheiten der Kinder analysiert werden.

Kinder leiden häufig unter Spannungskopfschmerzen durch Stress

Die Muskelspannung, auch Muskeltonus genannt, der Schulter-Nackenregion ist bei kindlichen Kopfschmerzen oft extrem erhöht. Dies ist dann der Auslöser für muskulär bedingte Spannungskopfschmerzen. Dahinter stecken oft Fehlhaltungen durch langes, falsches, nicht ergonomisches Sitzen in der Schule, ein zu schwerer Schulranzen oder aber grelles Licht, Lärm oder schlechte Raumluft, was über das vegetative Nervensystem ebenfalls zu einer Daueranspannung der Muskulatur führen kann. Die Prävention gegen Kopfschmerzen bei Kindern muss also vor allem dort ansetzen, wo sich die Kleinen tagsüber meist aufhalten. Neben falscher Körperhaltung, Überanstrengung oder Schulstress sorgen bei Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden nicht selten auch Schlafmangel, Fehlernährung, Sorgen in der Schule oder zu Hause oder Genussmittel Missbrauch für chronische Kopfschmerzen. Jede einzelne dieser Noxen muss sorgfältig abgeklärt werden im Hinblick auf eine mögliche Ursache für Kopfschmerzen. Schon eine einzige langfristige Verhaltensänderung kann dann bei den Kindern dazu führen, dass das Symptom Kopfschmerz wieder verschwindet. Wichtig bei kindlichen Kopfschmerzen ist jedoch auch die Familienanamnese, also die eingehende Befragung von Eltern und Geschwistern nach dem Auftreten von Kopfschmerzen. Denn diese können durchaus auch familiär gehäuft auftreten im Rahmen einer entsprechenden genetischen Disposition.

Ärzte, Lehrer und Eltern sollten gemeinsam eine Ursachenforschung betreiben

Auffällig ist dies besonders im Falle von migräneartigen Kopfschmerzen, wenn mindestens ein Elternteil ebenfalls unter Migräne leidet. Was die Psyche angeht, so sind Kinder besonders empfindsame Wesen. Unangenehme Dinge und Erlebnisse in der Schule oder zu Hause schlagen nicht nur schnell auf den Magen, sondern können auch fortwährend Kopfschmerzen auslösen. Dieser psychologische Aspekt sekundärer Kopfschmerzen bei Kindern sollte also stets in eine ganzheitliche Diagnostik mit einbezogen werden. Es kann gar nicht oft genug betont werden, dass eine akribische Ursachensuche oft bereits der erste Schritt für eine langfristige Besserung ist. Wenn ein Kind über Kopfschmerzen klagt, sollte dies von Eltern oder anderen Bezugspersonen niemals einfach abgetan, sondern stets ernst genommen werden. Kinder sind oft ihren Angehörigen oder Freunden gegenüber offen, wenn über das Symptom Kopfschmerz vertraulich gesprochen wird. Wer genau hinhört, wird oft schon aus nur einem solchen Gespräch heraushören können, was die Ursache für einen Kopfschmerz beim Kind sein könnte. Hinter Kopfschmerzen durch Stress bei Kindern verbirgt sich oft ein ganz spezifisches Problem wie Konflikte mit bestimmten Mitschülern, Lehrern oder vielleicht dem Lehrstoff in einem ganz bestimmten Unterrichtsfach. Wenn Kinder Furcht vor etwas Besonderem oder ganz bestimmten Personen äußern, so lässt sich nicht selten darin bereits der Auslöser für den Kopfschmerz finden.

Bewegung und ausgewogene Ernährung mit wenig Süßigkeiten gegen Kopfschmerzen

Es ist auch zielführend, sich den Alltag eines von Kopfschmerzen betroffenen Kindes über einen längeren Zeitraum genauer anzuschauen. Kinder, die ihre Freizeit vorwiegend vor dem Fernseher oder der Spielkonsole verbringen oder den halben Tag vor dem Computer sitzen, bewegen sich kaum, schon gar nicht an der frischen Luft. Wenn dann noch Fehlernährung in Form von Fast Food oder Süßigkeiten mit hinzukommt, reagiert der Körper oft in Form von chronischen Kopfschmerzen. Vielen Eltern sind diese eigentlich so offensichtlichen Zusammenhänge dennoch nicht bewusst. Bei Kindern kann viel zur Linderung und Vorbeugung von Kopfschmerzen getan werden. Passivität tagsüber sollte vermieden und stattdessen lieber eine sportliche Betätigung wie Spazierengehen an der frischen Luft, Schwimmen oder Radfahren praktiziert werden. Ganz wichtig sind zur Vermeidung von Kopfschmerzen bei Kindern auch Rituale in Form von regelmäßigen Essens- und Schlafzeiten. Eltern sollten, wenn möglich, ihren Nachwuchs einen strukturierten Alltag vorleben, denn Kinder kopieren oft unbewusst das Verhalten von Vater und Mutter. Schon die Kleinen können effektive Methoden zur Entspannung und Stressbewältigung gegen Kopfschmerzen erlernen. Gesetzliche Krankenkassen bieten vielerorts sogar entsprechende Kurse an, die genau auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sind. Es ist sicher hilfreich, solche Angebote auch in Anspruch zu nehmen.

Vorsicht bei der Gabe von Schmerzmedikamenten gegen Kopfschmerzen bei Kindern

Sind die Kopfschmerzen beim Kind akut, so sollte diesem Krankheitsgeschehen vonseiten der Eltern die notwendige Fürsorge und Aufmerksamkeit geschenkt werden. Ein Kind sollte mit diesem Symptom niemals sich selbst überlassen werden oder alleingelassen fühlen. Neben dieser Zuwendung tun Eltern gut daran, das Kind möglichst gut abzulenken. Beschäftigung mit schönen Dingen oder auch ein ruhiges Spiel lassen Kinder Kopfschmerzen oft erstaunlich gut vergessen. Kinderärzte raten grundsätzlich dazu, Migräneattacken und Kopfschmerzen zunächst immer ohne chemische Medikamente zu behandeln. Kopfschmerz-Mittel für Erwachsene sind in Gebrauch und Dosierung für Kinder oft gar nicht geeignet. Auch ein kühlendes Tuch auf der Stirn kombiniert mit einer leichten Massage von Nacken, Scheitel und Schläfen mit Pfefferminzöl können vielfach hilfreich sein, wenn ein Kind das mag. Um Reizungen der Augen zu vermeiden, sollte bei der Anwendung von ätherischen Ölen die Augenpartie großzügig ausgespart werden. Der Arzt sollte stets dann unverzüglich aufgesucht werden, wenn Kopfschmerzen bei Kindern sich stetig verschlimmern oder länger als drei Tage anhalten, mit anderen Symptomen wie Sehstörungen oder Schwindel auftreten oder das Kind Kopfschmerzen nach Schlag oder Sturz auf den Kopf äußert.
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